Geltenbachhöhle, Mai 2009

Südlich von Kandersteg, unter der Nordwand des Tatelishorns tritt der Geltenbach aus einer über 1000 m langen Höhle aus.

Der Wasserfall ist nur zeitweise zu sehen und zu hören. Ingolf und ich reisten am Donnerstag, den 21. Mai 09 an, der Wasserfall hatte sich ins Höhleninnere zurückgezogen. Nachts setzte Regen ein und am nächsten Morgen erfüllte das Tosen des Wasserfalls das Gasterental. Bis zu unserer Abreise am Sonntag versiegte der Wasserfall nicht mehr.

Geltenbachhöhle mit Wasserfall

Der Weg zum Höhleneingang ist eine 'nicht leichte' alpine Route. Wer den Wasserfall allerdings nicht sehen will, macht unsere Freitagstour nach: Vom Hotel Waldhaus (Parkplatz) dem markierten Weg ins Gurnigel folgen (5') und dann am Schwarzbach entlang kurz aufsteigen (15'). Vom Wanderweg bei der markierten Abzweigung links ab (rote Striche) und diesem, nicht beschilderten und in der SLK nicht eingetragenen, aber deutlich bleibenden Weg folgen: eine Lawinenrinne querend in ein Wäldchen, dann eine zweite Lawinenrinne querend in ein zweites Wäldchen, in dem Lärchen dominieren (von weitem am hellen Grün der Lärchen erkennbar). Dieser Wald namens Lärchi (in der SLK eingetragen) zieht sich mehrere hundert Höhenmeter Richtung Tatelishorn hinauf und der Weg ist durch zahllose Markierungen kaum zu verfehlen. Vorsicht im Abstieg: die meisten Markierungen sind nur in Aufstiegsrichtung zu erkennen! Nach ca. einer Stunde erreicht man unterhalb des Gipfels des unteren Tatelishorns eine flacher werdende Zone, zuletzt zwei offene Rinnen querend, und befindet sich nun nur noch etwa zweihundert Meter vom Höhleneingang entfernt. Vertikal.

Topo der Route

Am Samstag gingen wir über die obere Halpiwiese. Sie liegt gegenüber der Geltenbachhöhle in den Südabbrüchen der Fisistöcke und ihr Anfang ist in zweistündiger Wanderung auf einem schwach markierten Weg erreichbar. Da von der Halpiwiese aus die Geltenbachhöhle, der Wasserfall, Lärchi und sogar die Terrasse des Hotels Waldhaus exzellent zu sehen sind, beschreibe ich die Route und empfehle sie dem wildnisliebenden Bergwanderer. Diese Route liegt südexponiert und wird daher früh im Jahr schneefrei.

Halpiwiese

Ausgangspunkt zum Halpi ist ein Parkplatz nördlich der Gasterentalstraße. Man fährt an der Kander aufwärts am Abzweig Waldhaus vorbei und ein paar hundert Meter weiter bis links ein Wiesenstück mit einer Grillstelle und einer Bank das Parkieren erlaubt. Zwischen den Bäumen rechtwinklig von der Straße entfernt sich ein guter Waldweg, der nach 15' auf die Felswand stösst. Diese umgehend, aufwärts und an einigen Wasserfällen vorbei passiert man den Abzweig 'Silleren' (über Sillerengraben zur Doldenhorn-Südwand, nur mit Alpinausrüstung!) und gelangt in eine breite Schuttrinne. Diese ersteigt man an den Rändern bis zur schiefrigen Abschlusswand. Erst spät erkennbar zieht der Weg horizontal nach links unter dem Wasserfall, dann ansteigend in einen Wald hinein und in diesem aufwärts bis an dessen oberes Ende (ca. 1-2h bis hier).

Von gegenüber (vom Lärchi, s. o.) gut sichtbar ist die Fortsetzung: Querung des kleinen und des grossen Trichters bis zum Beginn der Halpiwiese. Meist recht horizontal, Steigungen geht man problemlos in dem Waldstück zwischen den beiden Trichtern. Markiert.

Nach dem großen Trichter steht man unmittelbar im Gras, das den Beginn der Halpiwiese deutlich bezeichnet. Über Halpi führt kein eindeutiger Weg, zahlreiche Viehtritte sind jeweils ein Stück weit zu verfolgen, man steigt, sich allgemein in der Mitte haltend, weiter auf (Höhenunterschied innerhalb Halpi ca. 600 Meter!) bis man im oberen Teil auf schräg aufsteigende Korridore trifft, die am Ende der Wiese wieder in eine erkennbare Wegspur münden. Über einen Schutthang in Serpentinen hoch zu einem Pass, Übergang zum Gablegraben und zum Silleren. Bis hier insgesamt ca. 4-5h vom Parkplatz. Rückweg ca. 2-3h. Weiter: ca. 2 km bis Sparre/Bibergpass. Ab hier zunehmend exponiertes Gelände, weiter nur mit alpiner Ausrüstung!

Am oberen Ende von Halpi steht man ca. 1000 Meter über dem Gasterental. Atemberaubender Tiefblick nach Selden, zur 500 m tiefer liegenden Balmhörnhütte, in den Wildelsigenkessel unter der Balmhorn-Nordwand, auf die Altels-Nordwand und die Tatelishörner mit dem Wasserfall der Geltenbachhöhle, zum Lohnermassiv, Hockenhorn, Doldenstock-Doldenhorn-Massiv usw.

Oberes Ende der Halpiwiese

Bei schlechtem Wetter unternehme man diese Tour nicht. Kein Ausweg, keine Abkürzung, kaum Mobilfunkempfang, keine Orientierung bei Nebel. Bei Schneefall oder Nässe wird die Halpiwiese gefährlich (Steigeisen, Pickel empfehlenswert). Bei trockenem Wetter ausreichend Getränke mitnehmen, auf Halpi versiegen die im Frühjahr anzutreffenden Bäche bald nach der Schneeschmelze.

Eckart

berichte/2009_geltenbachhöhle.txt · Zuletzt geändert: 2016/04/28 22:25 (Externe Bearbeitung)
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